Ausgrabung Olzreute - Veranstaltungsprogramm

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Dendrochronologie – Nur altes Holz?

Die Dendrochronologie kann als Teil der Pfahlbauforschung jahrgenaue Altersbestimmungen von Hölzern liefern.  Auf diese Weise wird die Entwicklung ganzer Dörfer präzise nachvollzogen. Neben dem Aspekt der Datierung von Holz wird auf der Grabung in Olzreute von den Spezialisten des Landesamtes für Denkmalpflege die mikroskopische Holzartbestimmung vorgestellt. Denn über Holzart und Jahrringmuster lassen sich Baumartenzusammensetzung und Wuchsbedingungen rekonstruieren; außerdem wird damit ein Beitrag zur Paläoklimaforschung geleistet.

Das Dendrochronologische Labor des Landesamtes betreibt auf der Grabung Olzreute ein Feldlabor, das an den meisten Grabungstagen besetzt sein wird.

30./31. Juli: Archäozoologie - Nur alte Knochen?

Die Archäozoologie untersucht die erhaltenen Überreste von Tieren, die da sind Knochen, Zähne und Geweih von Säugetieren, Vögeln und Fischen, aber auch Eierschalen, Insektenreste und Schalen von Schnecken und Muscheln. Im Mittelpunkt der Forschungen steht die facettenreiche und sich wandelnde Beziehung zwischen Menschen und Tieren. Methoden und Ergebnisse der Archäozoologie werden von den Fachleuten des Landesamtes für Denkmalpflege vorgestellt.

13./14. August: Pollenanalyse – Klein, aber informativ

Der Blütenstaub (Pollenkörner) ist in Seesedimenten und Torfen konserviert. Mit seiner Artenvielfalt bildet er die Vegetation ab. Seine Analyse zeichnet die Waldentwicklung, den zunehmenden Einfluß des Menschen auf den Wald und -am  bestem gemeinsam mit der Sedimentologie- Umweltveränderungen in der Vergangenheit nach. Methodik und Forschungsergebnisse der Pollenanalyse werden vorgestellt.

13./14. August; 3./4. und 24./25. September: Archäobotanik – Die Pflanzen der Pfahlbauer

Die Abfallschichten der Feuchtbodensiedlungen bieten hervorragende Erhaltungsbedingungen für Pflanzenreste. Am Aktionstag führen Spezialisten des Landesamtes für Denkmalpflege in die Arbeitsweise des Fachgebiets ein und informiert anhand von Originalfunden aus Oberschwaben über steinzeitliche Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt.

13./14. August: Geologie - Informationen aus dem Untergrund

Torfe und Seeablagerungen sind Umwelt-Archive. Sie dokumentieren die Entwicklung der Landschaft und Klimaänderungen mit Verlandungs- und Überschwemmungsphasen ebenso wie den menschlichen Einfluss auf die Umwelt. Mikroskopisch werden in Bohrkernen Aufbau und Komponenten der Sedimente und der eingelagerten Kulturschichten analysiert. Spezialisten des Landesamtes für Denkmalpflege machen eine Bohrung und zeigen Methoden und Ergebnisse ihrer Arbeit.

27./28. August: Bodenkunde – Archiv unter unseren Füßen

Die Bodenkunde erforscht die rund einen Meter starke oberste Schicht der Erdkruste. Neben zahlreichen natürlichen Faktoren, wie Klima, Wasser, Fauna und Flora hat auch die Tätigkeit der Menschen Einfluss auf die Bodenbildung. Landschaftsgeschichtliche Entwicklungen und die Wechselwirkung von Mensch und Umwelt werden hier erforscht. Methoden und Forschungsergebnisse werden von den Spezialisten des Landesamtes für Denkmalpflege vorgestellt.

 

4000 Jahre Pfahlbauten in Bad Schussenried und Bad Buchau

Vom 16.04. - 9.10. 2016 findet im Klostermuseum Bad Schussenried und im Federseemuseum in Bad Buchau die grosse Landesausstellung 4000 Jahre Pfahlbauten statt. 

Die von 5000 bis 850 v. Chr. in Mooren oder an Seeufern errichteten Siedlungen der Stein- und Bronzezeit - die Pfahlbauten - gehören weltweit zu den faszinierendsten und aussagekräftigsten Phänomenen der Archäologie. Spektakuläre neue Forschungsergebnisse und Ausgrabungsfunde vom Bodensee und aus Oberschwaben bereichert durch hochkarätige Exponate internationaler Museen, erlauben spannende und facettenreiche Einblicke in 4000 Jahre Pfahlbaukulturen, technische Innovationen und gesellschaftlichen Wandel

weitere Informationen finden sich unter: www.pfahlbauten2016.de