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Aargau

CH-AG-01, Beinwil am See–Ägelmoos: Die einzige frühbronzezeitliche Fundstelle am Hallwilersee enthält nach wie vor bemerkenswerte, aufgehende Strukturen und substantielle archäologische Schichten von bis zu 60 cm Dicke. Die Fundstelle ist von grosser Bedeutung um die Architektur dieser Epoche besser zu verstehen. Weil bislang nur wenig archäologische Untersuchungen statt gefunden haben, besitzt die Fundstelle noch ein grosses Potential für künftige Forschungen.
CH-AG-02, Seengen–Riesi: Die drei Siedlungsphasen dieser Fundstelle zeigen die kulturelle Entwicklung während der Spätbronzezeit (Ha A2 und Ha B3, 11.–9. Jh. v.Ch.) im zentralen Schweizer Mittelland. Von speziellem Interesse sind verschiedene Konstruktionsweisen wie Block- und Ständerbauten. Sie unterscheiden sich von der Bauweise in Sursee–Halbinsel (CH-LU-06) und dient dem besseren Verständnis der Architektur dieser Zeit.

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Bern

CH-BE-01, Biel-Vingelz–Hafen: Die Fundstelle ist eine der am besten erhaltenen Siedlungen am Bielersee und bildet eine wichtige Forschungsreserve. Kleinflächige Untersuchungen wiesen Belegungsphasen um 2970/2820 und 2780/2700 v.Chr. nach. Die Fundstelle liegt an einem steil in den Bielersee abfallenden Hang der Jurakette. Sie widerspiegelt eine „unkomfortable“ Siedlungslage, die den Bevölkerungsdruck des beginnenden 3. Jt. v.Chr. aufzeigt.
CH-BE-02, Lüscherz–Dorfstation: Neben Artefakten des Jungneolithikums und der Spätbronzezeit, erbrachte diese Fundstelle wichtige Referenzobjekte der Lüscherz-Kultur, die nach dieser Fundstelle benannt wurde. Zusammen mit Sutz-Lattrigen–Rütte (CH-BE-06), erlaubt es Lüscherz–Dorfstation zwei zeitgleiche Fundstellen des Endneolithikums (28. Jh. v.Chr.) zu vergleichen. Unter modernen Aufschüttungen befinden sich noch gut erhaltene archäologische Fundschichten, im See befinden sich umfangreiche Pfahlfelder.

CH-BE-05, Seedorf–Lobsigensee: Die Fundstelle enthält eine eindrückliche Stratigraphie von neolithischen Kulturschichten, die um 3900 v.Chr. beginnt. Die Fundstelle repräsentiert eine aussergewöhnliche Siedlungslage vermutlich auf einer früheren Insel und ergänzt die nahe gelegenen neolithischen Siedlungen am Bielersee. Die materielle Kultur der Fundstelle zeigt Verbindungen zur Alpenregion. Schliesslich wurde im Rahmen eines schmalen Suchschnitts im Jahr 2007 eine mesolithische Schicht unter den Pfahlbaustrukturen dokumentiert – ein weiterer sehr interessanter Aspekt von Seedorf–Lobsigensee.
CH-BE-06, Sutz-Lattrigen–Rütte: Die Zahl und die hohe Qualität der Dendrodaten sowie die intakten archäologischen Fundschichten sind unschätzbar für die Erforschung der im Endneolithikum stattfindenden kulturgeschichtlichen Prozesse sowie die Entwicklung der schnurkeramisch beeinflussten Auvernier-Cordé-Kultur in der Westschweiz. Zusammen mit Lüscherz–Dorfstation (CH-BE-02) erlaubt es Sutz-Lattrigen–Rütte zwei zeitgleiche Fundstellen des Endneolithikums (28. Jh. v.Chr.) zu vergleichen. Die Fundstelle ist eine der wenigen die auch Glockenbecher aufweist und wird in Zukunft die Forschung dieses europäischen Phänomens künftig mit genauen Dendrodaten beliefern.

CH-BE-07, Twann–Bahnhof: Die Fundstelle ist aus forschungsgeschichtlicher Sicht von grosser Bedeutung und markiert den Beginn modernen Pfahlbauforschung. Die Resultate der Ausgrabung in den 1970er-Jahren änderten komplett das Bild der kulturellen Entwicklung im 4. Jt. v.Chr. (Cortaillod - Horgen occidental). Zum ersten Mal wurde ein „Missing Link“ der Fundstellen um 3400 v.Chr. gefunden. Die detaillierte stratigraphische Abfolge von jung- und spätneolithischen Siedlungsschichten erbrachte wichtige Referenzkomplexe für das 4. Jt. v.Chr. Die lange Stratigraphie bietet interessante Vergleiche zur kulturellen Entwicklung vor allem des Jungneolithikums mit Corcelles-près-Concise–Stations de Concise (CH-VD-05) am Neuenburgersee.
CH-BE-08, Vinelz–Strandboden: Mit Vinelz–Strandboden liegt ein riesiges Gebiet mit zahlreichen neolithischen Siedlungsresten in einem guten Erhaltungszustand vor. Die endneolithische Siedlungsabfolge ist vor allem für das 29. und 27. Jh. v.Chr. wichtig. Auch der Fund eines um 2750 v.Chr. datierten Scheibenrades in der Flachwasserzone ist bemerkenswert.

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Freiburg

CH-FR-02, Gletterens–Les Grèves: Die Region von Gletterens ist seit langem für ihre Ufersiedlungen aus der Cortaillod und Horgener Kultur sowie der Spätbronzezeit bekannt. Die Entdeckung von frühen Phasen der westlichen Horgener Kultur (33. Jh. v.Chr.) in der Fundstelle „Les Grèves“ und die Präsenz von mehreren menschlichen Schädeln sind wichtige Elemente, die aus andern Funstellen dieser Region nicht bekannt sind.
CH-FR-03, Greng–Spitz: Das Areal von Greng wurde seit dem 19. Jh. untersucht und war sehr schnell wegen seinem aussergewöhnlichen Fundreichtum bekannt. Darüber hinaus gibt die ausgezeichnete Holzerhaltung einen guten Einblick in die Architektur nicht nur der spätbronzezeitlichen Dörfer, sondern auch der Siedlungen der Cortaillod-Kultur sowie des Endneolithikums.
CH-FR-04, Haut-Vully–Môtier I: Jüngste Sondierungen wiesen eine Kulturschicht von bis zu 70 cm Mächtigkeit nach, die über eine Fläche von 13'000 m2 erhalten ist und in eine spätere Phase des Neolithikums datiert. Gut erhalten und mit grossem archäologischem Potential, stellt sie zweifellos eine aussergewöhnliche Fundstelle am Nordufer des Murtensees und damit eine wichtige Forschungsreserve für die Zukunft dar.
CH-FR-05, Murten–Segelboothafen: Es handelt sich um die letzte Fundstelle des Südufers des Murtensees, die noch nicht vollständig ausgegraben wurde oder durch Erosion in ihrer Substanz bedroht ist. Vor allem der landseitige Teil ist gut erhalten und enthält eine mächtige Kulturschicht. Deren Datierung in die letzte Phase der Cortaillod-Kultur ist sehr selten und es handelt sich um ein gutes Beispiel um eine Dorfstruktur vom Typ „Riedstation“.
CH-FR-07, Noréaz–Praz des Gueux: Die archäologischen Funde und Befunde sind durch eine aussergewöhnlich gute Erhaltung charakterisiert. Es handelt sich um die einzige Fundstelle an einem Kleinsee in der Dreiseenregion. Ihre Lage auf einer Meereshöhe von 620 m ist ungewöhnlich für Pfahlbaustationen, weshalb Noréaz-Praz des Gueux ein sehr interessantes Potential hat, die Wirtschaft dieser Randregion mit andern Fundstellen der klassischen Cortaillod-Kultur zu vergleichen.

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Genf

CH-GE-01, Collonge-Bellerive–Bellerive I: Diese ausgedehnte spätbronzezeitliche Fundstelle ist die am besten erhaltene am Schweizer Genferseeufer und deshalb wichtig als Forschungsreserve. Die frühesten Serien der Dendrodaten decken Fälldaten zwischen 998 und 880 v.Chr. und sind mit mindestens drei sehr gut erhaltenen archäologischen Schichten vergesellschaftet. Zusammen mit Chens-sur-Léman–Tougues (FR-74-03) erlaubt es diese Fundstelle, zwei zeitgleiche, spätbronzezeitliche Fundstellen zu vergleichen.
CH-GE-02, Corsier–Corsier-Port: Nur die Resten der frühesten Belegungsphasen während der Cortaillod-Kultur weisen eine gute Erhaltung auf, aber diese jungneolithischen archäologischen Schichten sind einzigartig in der ganzen Region des Genfersees und beinhalten eine reiches Inventar von Keramik und aus organischem Material, weshalb die Fundstelle ein wichtiges Beispiel für das 39. Jh. v.Chr. darstellt. Als früheste Siedlung an den Ufern des Genfersees, stellt sie ein wichtiges Vergleichsinventar dar.

CH-GE-03, Versoix–Versoix-Bourg: Der aussergewöhnlichste Befund dieser Siedlung ist ein Kiesweg, der mit Hölzern durchsetzt ist und in einem rechten Winkel zum aktuellen Seeufer verläuft. Die dichte der gut erhaltenen Pfähle weist auf eine lange Belegungsphase hin. Dendrochronologische Analysen werden mit Sicherheit wichtige Informationen über die spätbronzezeitliche Besiedlung der Genferseeregion liefern. Vermutlich handelt es sich um die grösste Siedlung der Spätbronzezeit nördlich der Alpen.

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Luzern

CH-LU-01, Egolzwil 3: Die Fundstelle ist eine der frühesten Seeufersiedlungen in der Schweiz und ein wichtiger Referenzkomplex der Egolzwiler Kultur. Die gut erhaltenen Hausböden und Feuerstellen beweisen, dass die Häuser in dieser Region ebenerdig gebaut wurden. Das Dorf existierte nur 6 Jahre und repräsentiert deshalb eine kurze aber klar definierte Episode des Neolithikums. Darüber hinaus weist es beste Erhaltungsbedingungen für Holz oder andere organische Materialien wie Pflanzen und Knochen auf und ist eine wichtige Fundstelle für paläoökologische Studien im Wauwiler Moos.
CH-LU-03, Hitzkirch–Seematte: Umfassende Stratigraphie mit mehreren Siedlungen aus dem Neolithikum (vor allem frühe und klassische Cortaillod und Horgen Kultur), die bislang noch kaum untersucht wurden und deshalb grosses wissenschaftliches Potential innehaben. Eine kleinflächige Grabung lieferte gut erhaltene Pfostenkonstruktionen und ebenerdige Feuerstellen. Sie wies ausgezeichnete Bedingungen für die Erhaltung von organischen Materialien wie Holzartefakte, Textilien, Samen und Knochen nach.
CH-LU-06, Sursee–Halbinsel: Die Stratigraphien der verschiedenen Teile der Fundstelle (Zellmoos und Gammainseli) enthalten jeweils drei spätbronzezeitliche Phasen mit reichen Fundensembles. In dieser Fundstelle kann deshalb die kulturelle Entwicklung in der Spätbronzezeit sowie die Siedlungsdynamik in dieser Mikroregion nach verfolgt werden. Sie liefert Strukturen und Grundrisse von Häusern mit Steinböden und einem einzigartigen, spätbronzezeitlichen Ofen. Die neolithischen Schichten sind gut erhalten und datieren leicht früher bzw. später als Hitzkirch–Seematte (CH-LU-03). Sie ergänzen so die Abfolge der Cortaillod-Kultur im zentralen Schweizer Mittelland.

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Neuenburg

CH-NE-01, Saint-Aubin - Sauges–Port-Conty: Die neolithische Siedlung an der Südwestflanke des Hafens von Saint-Aubin, bildet zusammen mit Auvernier eine wichtige Quelle für künftige archäologische Forschungen in der Dreiseenregion. Teile des Fundmaterials wurden dazu benutzt, den Typ Port-Conty der Cortaillod-Kultur zu definieren und sind deshalb ein wichtiger Referenzkomplex. Eine jüngere Analyse von zwei alten Suchschnitten wies die Präsenz eines anthropogenen Erdhügels mit einer vermutlich religiösen Funktion nach, ähnlich dem Beispiel von der assoziierten Fundstelle Marin-Epagnier–Les Piécettes, welches ebenfalls in die Port-Conty-Phase datiert. Nur der Erdhügel von Port-Conty ist noch erhalten.
CH-NE-02, Gorgier–Les Argilliez: Grosses, erhaltenes Pfahlfeld, das zwei Siedlungen der klassischen bzw. späten Phase der Cortaillod-Kultur zugeordnet werden kann. Wegen dem Fehlen von jüngeren Pfählen ist das Pfahlfeld bestens geeignet, die Siedlungsstruktur sowie die Entwicklung des Dorfes zu untersuchen. Es ist ein ausgewiesenes Ziel, diese Fundstelle für künftige Generationen zu erhalten.
CH-NE-04, Bevaix–L'Abbaye 2: Diese bronzezeitliche Fundstelle ist eine der sehr wenigen Fundstellen in der Dreiseenregion, die eine Kontinuität von über 200 Jahren aufweist. Ihr Potential für die Dendrochronologie ist aussergewöhnlich. Die Fundstelle ist von besonderem Interesse, da sie mit benachbarten, assoziierten Fundstellen verglichen werden kann. Die Langlebigkeit der Siedlung und die Gründung weiterer Siedlungen im gleichen Territorium weisen auf ein starkes Bevölkerungswachstum und eine intensive Nutzung der Umgebung hin, die mit dieser Fundstelle besser verstanden werden können.
CH-NE-06, Auvernier–La Saunerie: Die archäologischen Nachweise von Auvernier–La Saunerie werden aus drei Serien von Siedlungen gebildet, die jeweils aus mehreren Schichten bestehen und – zusammen mit Auvernier–Les Graviers (CH-NE-07) – alle Phasen mit Pfahlbauten vom Jung- bis ins Endneolithikum abdecken (spätestes Datum 2434 v.Chr.). Berücksichtigt man die überlappenden Schichten der verschiedenen endneolithischen Siedlungen, kann man von einem eigentlichen Seeufer-Tell mit einer eigenen Fragestellung sprechen. Die Definition des „Auvernier-Cordé“ geht auf Funde des endneolithischen Horizontes zurück.
CH-NE-07, Auvernier–Les Graviers: Die Fundstelle von Les Gravier ist besonders gut erhalten. Sie wird durch eine mächtige Steinlage (Tenevières) abgedeckt und durch die Überlagerung von mehreren anthropogenen neolithischen Ablagerungen gebildet. Die Präsenz von früh- und spätbronzezeitlichen Schichten, aber auch diejenigen der Horgener Phase oder des Endneolithikums machen diese Fundstelle zu einer wichtigen Ergänzung zu La Saunerie (CH-NE-06) und erlauben es die kulturelle Entwicklung in der Bucht von Auvernier zu verfolgen.

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Nidwalden

CH-NW-01, Stansstad–Kehrsiten: Stansstad–Kehrsiten ist die einzige bekannte, erhaltene Fundstelle am Vierwaldstättersee. Sie liegt in einer unüblichen topographischen Situation sieben Meter unter dem aktuellen Wasserspiegel direkt am Fuss der Alpen. Mehrere Dendrodaten des 35. Jh. v.Chr. weisen auf die Übergangsphase von der Pfyner zur Horgener Kultur, eine Periode, für die bislang kaum Nachweise vorhanden waren. Die Fundstelle enthält ausgesprochen interessantes Fundmaterial für archäologische Untersuchungen und ist damit eine wichtige Forschungsreserve.

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St. Gallen

CH-SG-01, Rapperswil-Jona/Hombrechtikon–Feldbach: Grosse, mehrphasige Fundstelle, deren unterscheidbare Hausgrundrisse und die Kulturschicht einer mittleren Phase der Schnurkeramik von besonderer Bedeutung sind. Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Nachweis einer Siedlung aus der Übergangsphase von der Früh- in die Mittelbronzezeit. Die Fundstelle lieferte ein Datum von 1490 v.Chr., welches aussergewöhnlich spät für eine „frühbronzezeitliche“ Pfahlbaustation ist. Dieses Datum fallen in dieselbe Periode wie die Stegkonstruktionen über den See (Feldbach–Hurden-Rosshorn, CH-SZ-01) und datieren wenig später als die Fundstelle von Rapperswil-Jona–Technikum (CH-SG-02).
CH-SG-02, Rapperswil-Jona–Technikum: Interessante frühbronzezeitliche Fundstelle mit mehreren Palisaden und einer klar lesbaren Siedlungsstruktur, die sich auf einer früheren Insel befand. Datierungen aus dem 17. Jh. v.Chr. weisen auf die gleiche Periode wie die frühen Stegkonstruktionen über die Seeenge zwischen Rapperswil und Hurden-Rosshorn (CH-SZ-01). Die Siedlung hatte sicherlich eine Funktion als regionales Zentrum und könnte sogar eine Kontrollfunktion dieser wichtigen Transportroute inne gehabt haben.

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Schaffhausen

CH-SH-01, Thayngen–Weier I-III: Die Fundstelle zeichnet sich durch ihre gut erhaltenen Reste der Pfyner Kultur aus, welche einen Einblick in die Architektur von Moorsiedlungen geben. Da mehrere dendrochronologisch datierte Siedlungen sich innerhalb einer kurzen Zeit abwechselten, kann in Thayngen–Weier I-III die Entwicklung der Pfyner Kultur nach verfolgt werden. Chronologisch ergänzt die Fundstelle die Funde und Befunde der später datierenden Fundstelle Gachnang-Niederwil–Egelsee (CH-TG-04) und die bislang noch wenig untersuchten neolithischen Schichten von Hüttwilen-Uerschhausen–Nussbaumersee (CH-TG-05) zu einer beinahe lückenlosen, dendrodatierten Abfolge von 300 Jahren.

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Solothurn

CH-SO-01, Aeschi SO–Burgäschisee Ost: Neben einer mittel- und spätpaläolithischen Belegung, sind in Burgäschisee Ost die Hinweise auf eine Besiedlung in der Egolzwiler Kultur gibt. Die Fundstelle ist deshalb eine der frühesten Pfahlbaustationen nördlich der Alpen und markiert weiträumig den Beginn der Pfahlbauperiode. Während der Hauptbelegungsphase in der Cortaillod-Kultur (39. Jh. v.Chr.) befand sich die Fundstelle in einer Grenzregion, in der sich Einflüsse aus dem Westen wie aus dem Osten manifestierten. Im Endneolithikum war die Fundstelle die südwestlichste Siedlung der „klassischen“ Schnurkeramik-Kultur. Die Fundstelle lieferte die Möglichkeiten für frühe naturwissenschaftliche Untersuchungen (Pollenanalysen) und ist ein wichtiges Archiv für die Klimaforschung.
CH-SO-02, Inkwil BE/Bolken SO–Inkwilersee Insel: Einzige Pfahlbaustation der Spätbronzezeit in der Region mit einer aussergewöhnlichen Siedlungslage auf einer sehr kleinen Insel. In der Spätbronzezeit liegt die Fundstelle in einer Grenzregion zwischen westlichen und östlichen Einflüssen und überbrückt eine grosse Lücke zwischen den Pfahlbaustationen in der West- und Ostschweiz. Alte Berichte erwähnen mächtige Kulturschichten und Holzkonstruktionen. Jüngere Untersuchungen zeigten das Potential für reiche organische Funde und wissenschaftliche Daten (z.B. ein einzigartiges „Holzschwert“ aus der Spätbronzezeit).

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Schwyz

CH-SZ-01, Freienbach–Hurden Rosshorn: Freienbach–Hurden Rosshorn ist eine aussergewöhnliche Fundstelle, die frühe Nachweise für Transportrouten liefert, kombiniert mit speziellen Metallfunden (Opferfunde?). Die Fundstelle weist mehrere Stegkonstruktionen auf, von denen die früheste in die Horgener Zeit datiert. Mehrere frühbronzezeitliche Konstruktionsphasen, aber auch Reste aus der Hallstattzeit und der römische Zeit wurden identifiziert. Sie geben Informationen (z.B. Dendrodaten) über Epochen, aus denen keine Pfahlbaustationen bekannt sind.
CH-SZ-02, Freienbach–Hurden Seefeld: Eine von mehreren Siedlungsphasen lieferte frühe schnurkeramische Daten, die wegen ihrer Aussagen zur Entstehung und Ausbreitung dieser Kulturgruppe in der Schweiz von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung sind. Die Schichten sind ausserordentlich gut erhalten und beinhalten wertvolles Forschungsmaterial. Darüber hinaus dehnt sich die Siedlung über 300 bis 400 Meter aus und ist wegen ihrer Funktion und Organisation an dieser wichtigen Transportroute von grossem Interesse.

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Thurgau

CH-TG-01, Arbon–Bleiche 2-3: Arbon–Bleiche 2 gab seinen Namen einer Kulturgruppe aus der Frühbronzezeit und ist deshalb ein wichtiger Referenzkomplex. Ausgrabungen in Arbon–Bleiche 3 (1993–1995) belegten eine bestens erhaltene, einphasige Siedlung aus einer wenig bekannten Periode (Übergang von der Pfyner zur Horgener Kultur). Die Kulturschicht und die Befunde liefern einen detaillierten Einblick ins prähistorische Leben eines Dorfes von 3384–3370 v.Chr. Das Dorf wurde aus parallelen Hausreihen gebildet, die ein riesiges Fundinventar, Nachweise für die Siedlungsorganisation und nicht zuletzt auch weiträumige Handelsbeziehungen beispielsweise zur donauländischen Baden-Boléraz-Kultur nachwiesen.
CH-TG-03, Eschenz–Insel Werd: Die Bedeutung dieser Fundstelle liegt in ihrer speziellen Lage auf einer Insel am Ausfluss des Untersees in den Rhein. Frühere Untersuchungen zeigten, dass die Insel vom Epipaläolithikum bis ins Mittelalter besiedelt war. Die Reste der frühen und späten Pfyner Kultur, der Horgener Kultur und vor allem die gut erhaltenen Siedlungsschichten der Schnurkeramik und der Spätbronzezeit sind wichtige Belege für die Region. Das Pfahlfeld beinhaltet immer noch ein grosses Potential für dendrochronologische Studien.
CH-TG-04, Gachnang-Niederwil–Egelsee: Excellently preserved site with several Late Pfyn Culture phases with almost all the features still below ground. Numerous crucibles for melting copper point to an early phase of copper processing. A sequence of well-preserved house floors on top of each other provides particularly interesting information about the architecture of the houses. In chronological terms, the site complements the finds and features from the earlier site at Thayngen–Weier I–III (CH-SH-01) and the as yet little-researched Pfyn period layers from Hüttwilen–Nussbaumersee (CH-TG-05) to form a sequence of 300 years with dendrochronological dates and hardly any gaps, based on which the development of the Pfyn Culture can be traced.
CH-TG-05, Hüttwilen-Uerschhausen–Nussbaumersee: Die Zeitstellung dieser Fundstelle am Übergang von der Spätbronzezeit (Ha B3) zur frühen Eisenzeit ist einzigartig für die Alpenregion. Die Fundstelle weist auch ausgezeichnet erhaltene Kulturschichten mit einer Mächtigkeit von mehreren Metern auf, die in verschiedene Phasen der Pfyner Kultur datieren, die bislang allerdings noch nicht detailliert untersucht worden sind. Chronologisch gesehen ergänzen diese Schichten diejenigen von Thayngen–Weier I-III (CH-SH-01) und Gachnang-Niederwil–Egelsee (CH-TG-04) zu einer dendrochronologisch datierten, fast lückenlosen Sequenz von 300 Jahren.

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Waadt

CH-VD-02, Chabrey–Pointe de Montbec I: Diese riesige spätbronzezeitliche Fundstelle ist ein einem naturnahen Umfeld erhalten und zeigt eine sehr regelmässige Siedlungsorganisation. Die Häuser sind rechtwinklig zur Uferlinie orientiert und weisen mindestens zwei Entwicklungsphasen auf. Sie wurden durch ein rechteckiges System von Palisaden (100 x 70 m) geschützt. Die im See ausgezeichnet erhaltenen hölzernen Pfähle können mit einer unter Wasser liegenden archäologischen Schicht in Beziehung gesetzt werden.
CH-VD-03, Chevroux–La Bessime: Chevroux–La Bessime ist eine der am besten erhaltenen Fundstelle des Siedlungskomplexes der Region Chevroux. Mit ihrer grossen Fundstellendichte besitzt sie ein grosses Potential für die Untersuchung der lokalen Siedlungsdynamik. Die Bedeutung dieser Fundstelle liegt in den besonders gut erhaltenen Fundschichten des Jungneolithikums.
CH-VD-04, Chevroux–Village: Diese gut untersuchte Fundstelle besitzt mehrere Kulturschichten, die zu mehreren dendrochronologisch gut abgesicherten Abschnitten zwischen dem Anfang und dem Ende des Spät- und Endneolithikums gehören (Horgener Kultur, Frühes und Spätes Lüscherz, Auvernier-Cordé). Die Fundstelle ist von besonderer Bedeutung, da sie die Dynamik der Expansion von Siedlungen über eine Periode von über 500 Jahren aufzeigt.
CH-VD-05, Corcelles-près-Concise–Stations de Concise: Die archäologischen Schichten umfassen aussergewöhnliche Funde vom Jungneolithikum bis zur Spätbronzezeit und enthalten die Reste von mehr als 25 Dörfern, deren Siedlungsorganisation noch gut sichtbar ist. Für das Jungneolithikum ist die Beziehung zum Néolithique Moyen Bourguignon im Osten Frankreichs durch ein grosses Keramikinventar und genauen Dendrodaten gut belegt. Die lange Stratigraphie erlaubt interessante Vergleiche zur kulturellen Entwicklung des 4. Jt. v.Chr. beispielsweise mit Twann–Bahnhof (CH-BE-07) am Bielersee. Die Nachweise für die Frühbronzezeit sind ebenfalls von grosser Bedeutung, da die verschiedenen Kulturschichten es erlauben, die kulturelle Entwicklung dieser ansonsten in der Dreiseenregion selten belegten Periode zu verfolgen.
CH-VD-10, Grandson–Corcelettes Les Violes: Diese spätbronzezeitliche Siedlung war während zwei Jahrhunderten belegt. Ihre Grösse ist beträchtlich und die archäologischen Schichten sowie das dichte Pfahlfeld sind im überfluteten Bereich aussergewöhnlich gut erhalten. Es handelt sich um eine der wichtigsten spätbronzezeitlichen Fundstellen am Neuenburgersee und um einen Referenzkomplex für Keramik und Bronzeartefakte von europäischer Bedeutung. Besonders zu erwähnen ist der Fund eines Rades aus Eschenholz.
CH-VD-11, Morges–Les Roseaux: Diese Fundstelle gab der frühbronzezeitlichen Roseaux-Kultur den Namen, die sich durch löffelförmige Beile und reich dekorierte Keramiktassen auszeichnet. Die Fundstelle weist die kompletteste Siedlungssequenz der Frühbronzezeit im ganzen Genferseebecken auf und ihre gut erhaltenen Kulturschichten enthalten immer noch eine grosse Zahl an Fundobjekten.
CH-VD-12, Morges–Stations de Morges: Dieser archäologische Komplex ist besonders gut erhalten und gehört zu zwei verschiedenen Belegungsphasen. Der südliche Teil enthält Architekturelemente aus Holz, die mit der bronzezeitlichen Siedlung verknüpft sind. Der nördliche Teil weist eine Kulturschicht des Endneolithikums (frühe Lüscherz-Kultur) auf, reich an Keramik und Funden aus organischem Material. Die Fundstelle ist deshalb wichtig, da sie es uns erlaubt, die Ausbreitung dieser westlichen Einflüsse in Regionen weiter östlich zu verfolgen.
CH-VD-13, Mur–Chenevières de Guévaux I: Es handelt sich um eine der wenigen frühbronzezeitlichen Fundstellen des Murtensees. Die sehr gut erhaltene archäologische Schicht stammt aus einer einzigen Siedlungsphase. Die Funde und Befunde sind von einer relativ geringen Komplexität und daher gut interpretierbar. Die Dendrodaten (1660/1659 v.Chr.) gehören zu einer Periode, die nicht durch andere Fundstellen wie Corcelles-près-Concise–Stations de Concise (CH-VD-05) belegt sind und geben daher wichtige, zusätzliche Informationen zur Frühbronzezeit in der Dreiseenregion.
CH-VD-15, Yverdon–Baie de Clendy: Dieser Komplex von gut erhaltenen Siedlungsresten am Südende des Neuenburgersees ist eine Referenz für das regionale Neolithikum, vor allem für das Endneolithikum. Von besonderer Bedeutung ist auch die Lage nahe der Megalithanlage der Promenade des Anglaises, die zumindest in der ersten Hälfte des 4. Jt. v.Chr. zeitgleich mit der Siedlung datiert. Yverdon–Baie de Clendy und die Megalithanlage sind daher ein einzigartiges Ensemble eines Dorfes mit seinen religiösen Symbolen.
CH-VD-16, Yvonand–Le Marais: Die Fundstelle ist grundlegend für das Verständnis der Bevölkerungsgeschichte des Westschweizer Neolithikums. Die Besonderheit liegt in der Datierung in den Übergang zwischen der Horgener und der Lüscherzer Kultur, welcher einen markanten, kulturellen Wechsel signalisiert. Es handelt sich ebenfalls um die am weitesten westlich gelegene Fundstelle innerhalb des Verbreitungsgebiets der Horgener Kultur.

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Zug

CH-ZG-04, Zug–Otterswil/Insel Eielen: Zug–Otterswil/Insel Eielen liegt auf einer früheren Halbinsel am Fusse eines steilen Abhangs und ist eine der wenigen Pfahlbaustationen am Ostufer des Zugersees. Es handelt sich um das grösste schnurkeramische Fundinventar der Zentralschweiz. Typologisch kann eine frühe und eine späte Phase unterschieden werden, weshalb die Fundstelle ideale Voraussetzungen bietet, die kulturelle Entwicklung innerhalb der Schnurkeramik zu beobachten.
CH-ZG-05, Zug–Riedmatt: Die Schichten von Zug–Riedmatt sind sehr gut erhalten. Sie weisen eine Mächtigkeit von 60–140 cm auf und enthalten eine grosse Menge organischer Funde. Jüngste Untersuchungen in einem kleinen Sondierschnitt zeigten ein aussergewöhnliches Potential für mikrostratigraphische Analysen zur Genese der Kulturschichten. Die Fundstelle liefert das am besten erhaltene Material einer frühen Phase der Horgener Kultur (um 3200 v.Chr.) in der Zentralschweiz.
CH-ZG-06, Zug–Sumpf: Zug–Sumpf ist eine der wichtigsten spätbronzezeitlichen Fundstellen nördlich der Alpen. Teile wurden bereits früher untersucht. Diese Grabungen erbrachten aussergewöhnliche Funde wie hölzerne Pfahlschuhe, Wände aus Spalthölzer oder Blockkonstruktionen wie auch ein reiches Inventar von Funden aus verschiedenen Materialen, die nicht zuletzt auch grossräumige Tauschbeziehungen nachweisen.

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Zürich

CH-ZH-01, Erlenbach–Winkel: Von besonderer Bedeutung sind Funde aus der Frühbronzezeit (20./19. Jh. v.Chr.) und Hausgrundrisse der Schnurkeramik. Letztere sind mit Fundmaterial der späten Schnurkeramik vergesellschaftet, das den Beginn eines Hiatus von 600 Jahren bis zur Frühbronzezeit markiert, in dem nördlich der Alpen keine Pfahlbauten gebaut wurden. Die Hauskonstruktionen sind von besonderem Interesse, da im europäischen Kontext die Schnurkeramik hauptsächlich durch Grabfunde definiert ist, während Siedlungen als archäologische Quellen normalerweise fehlen.
CH-ZH-02, Greifensee–Storen/Wildsberg: Grosses Siedlungsareal an einem sehr steilen Abhang. Neben der Lage ist aus wissenschaftlicher Sicht eine Siedlungsphase der späten Horgener Kultur von besonderem Interesse. Darüber hinaus sind eine Kupferdrahtspule sowie ein Kupferdolch der Pfyner Kultur frühe Zeugnisse der Metallverarbeitung in der Region. Die Siedlung ist weitgehend ungestört und beinhaltet ein grosses wissenschaftliches Potential für die Zukunft.
CH-ZH-06, Meilen–Rorenhaab: Aus forschungsgeschichtlicher Sicht ist Meilen–Rorenhaab der Startpunkt der Pfahlbauarchäologie. Es ist eine von mehreren Fundstellen in einem kleinen Raum, die die typische Siedlungsdynamik einer Mikro-Region während des Neolithikums aufzeigt. Alle Perioden sind hier repräsentiert, normalerweise mit mehreren Siedlungsphasen. Von besonderer Bedeutung sind zahlreiche Dendrodaten vor allem aus der Frühbronzezeit. Sie erlauben es, die kulturelle Entwicklung dieser Periode zu verfolgen.
CH-ZH-07, Wädenswil–Vorder Au: Die Fundstelle lieferte seltene Keramik von einer Übergangsphase von der Pfyner zur Horgener Kultur. Die schnurkeramische Siedlungsschicht enthielt einen Glockenbecher, der es erlaubt, Schlüsse über die Beziehungen zwischen den Kulturen mit Schnurkeramik und mit Glockenbechern zu ziehen. Die frühbronzezeitliche Siedlungsphase ist ebenfalls bedeutend, da sie einen speziellen Keramiktyp (Typ „Arbon“) liefert und hilft, die Ausbreitung dieses Stiles im 17. Jh. v.Chr. nachzuzeichnen.
CH-ZH-08, Wetzikon–Robenhausen: Wetzikon–Robenhausen ist charakterisiert durch eine exzellente Erhaltung von organischen Resten. Als ungewöhnlicher Fund ist ein Brett zu verzeichnen, wobei es sich vermutlich um eine pfynzeitliche Tür handelt. Die Fundstelle ist auch bekannt wegen ihren Nachweisen für die Textilproduktion. Sie lieferte zahlreiche ausgezeichnet erhaltene organische Fundensembles, vor allem Textilien und Teile eines neolithischen Webstuhls.
CH-ZH-09, Zürich–Enge Alpenquai: Zürich–Enge Alpenquai ist eine der wichtigsten spätbronzezeitlichen Ufersiedlungen in Mitteleuropa: Die Grösse der Fundstelle und die beinahe ununterbrochene Belegung zwischen 1050 und 800 v.Chr., reiche Funde und ausgezeichnete Erhaltung der Schichten mit einzigartigen organischen Funden und Architekturelementen machen die Fundstelle zu einem Kulturdenkmal von weltweiter Bedeutung. Zusätzliche Bedeutung erhält die Fundstelle durch die letzte Phase (Übergang in die Eisenzeit), die allgemein selten belegt ist.
CH-ZH-10, Zürich–Grosse Stadt Kleiner Hafner: Die Fundstelle befindet sich an einer interessanten Lage nahe dem Ausfluss des Zürichsees. Alle Epochen sind repräsentiert. Nachweise der frühesten Bauerngesellschaften in der Zürichseeregion sind allerdings von besonderem Interesse. Das Fundmaterial der neolithischen Egolzwiler und Cortaillod-Kulturen stellen wichtige Referenzkomplexe dar, die es uns erlauben, die kulturelle Entwicklung im späten 5. und frühen 4. Jt. v.Chr. zu verfolgen.