Befundgrenzen der Fundstelle Segelboothafen, markiert durch die Ausdehnung der Oberflächenpfähle und die archäologischen Schichten, Besiedlung im Mittel- und Spätneolithikum © Geodaten: Bundesamt für Landestopographie, Grafik: P. Corboud.

CH-FR-05

 Murten,  |   Segelboothafen

Kurzbeschreibung
Ein Pfahlfeld und eine flache archäologische Schicht markieren die Grenzen dieser Siedlung, die in Ufernähe in geringer Wassertiefe erhalten geblieben ist und daher von Erosion bedroht ist. Dendrochronologische Datierungen belegen eine erste Besiedlung gegen Ende der mittleren Jungsteinzeit (späte Cortaillod-Kultur, mit Holzfällungsphasen zwischen 3572 und 3552 v. Chr.). Eine zweite Besiedlungsphase stammt aus der späten Jungsteinzeit (Auvernier-Cordé-Kultur, um 2539 v. Chr.). Die erste Oberflächenprospektion lieferte Fundstücke aus der späten Jungsteinzeit, aber Ausgrabungen im Jahr 2010 brachten sehr vielfältiges archäologisches Material (Keramik, Steinwerkzeuge, Holzarbeiten, Tierfragmente usw.) zutage, das der mittleren Jungsteinzeit zugeordnet wird. Möglicherweise erstreckt sich die Fundstelle bis zum Ufer, in das Schilfgebiet und unter moderne Aufschüttungen.

Besonderheiten & Highlights
Die Fundstelle befindet sich westlich der Altstadt von Murten und wurde in den 1880er Jahren entdeckt, als der Seespiegel infolge der ersten Juragewässerkorrektion (1868–1891) gesenkt wurde.

Jungsteinzeit

Ende Mittelneolithikum bis Ende Eneolithikum

Murtensee

428 m.ü.N.N.

Größe Fundstelle:

2,83 ha / ca. 4 Fussballfelder

Größe Pufferzone:

4,70 ha / ca. 7 Fussballfelder

Feuersteinklingen, Sammelfunde von der Fundstelle Segelboothafen, die dem späten Cortaillod zugeschrieben werden © Service archéologique de l’Etat de Fribourg.