Ensemble der bekannten Seeufersiedlungen von Yvonand, in rot: UNESCO-Fundstellen, in gelb: assoziierte Fundstellen © Geodaten: état de Vaud, Grafik: Pierre Corboud.

CH-VD-16

 Yvonand,  |   Le Marais

Kurzbeschreibung
In der Bucht von Yvonand gibt es ein archäologisches Areal mit fünf prähistorischen Seeufersiedlungen, die sich an Land befinden. Die drei bedeutendsten davon überschneiden sich teilweise an einem Ort namens Le Marais (Yvonand II, IV und V). Die am besten erhaltenen Siedlungen stammen aus der späten Jungsteinzeit und entsprechen den Kulturen von Horgen und Lüscherz. Eine letzte Siedlung wurde in der späten Bronzezeit bewohnt. Diese Fundstelle ist für das Verständnis der neolithischen Besiedlungsgeschichte der Westschweiz von grosser Bedeutung, da es sich um den westlichsten Fundort der Horgen-Kultur in der Schweiz handelt und somit den Übergang zwischen der Horgen- und der Lüscherz-Kultur dokumentiert.
Die Verteilung der verschiedenen Besiedlungen entlang einer Achse, die vom Land zum See verläuft, spricht für die Anpassung an die Schwankungen des Wasserstandes.
Weitere Informationen dazu gibt es im Historischen Lexikon der Schweiz


Besonderheiten & Highlights
Keramikfunde von Typ Horgen und Lüscherz sind an dieser Fundstelle besonders gut vertreten. Zwei Kupfernadeln mit gewickeltem Kopf zeugen von der frühesten Kupferverarbeitung in der Westschweiz.

Pfahlbauten hautnah
Die archäologischen Fundw, die an den Ufern des Neuenburgersees im Kanton Waadt dokumentiert wurden, sind im Musée cantonal d’archéologie et d’histoire in Lausanne und im Musée d’Yverdon et région in Yverdon-les-Bains ausgestellt.

Musée cantonal d'archéologie et d'histoire
Palais de Rumine
Place de la Riponne 6
1005 Lausanne
+41 21 316 34 30
zur Webseite


Musée d’Yverdon et région
Le château
1400 Yverdon-les-Bains
+41 24 245 93 10
zur Webseite

 

Jungsteinzeit / Bronzezeit

Spätes Neolithikum (Horgen und Lüscherz), Späte Bronzezeit

Neuenburgersee

430 m.ü.N.N.

Größe Fundstelle:

1,95 ha / ca. 3 Fussballfelder

Größe Pufferzone:

16,92 ha / ca. 24 Fussballfelder

Beschreibung eines Bohrkerns, während einer manuellen Entnahme in den Seeufersiedlungen am Südufers des Neuenburgersees © Université de Genève