Das Areal der Ausgrabungen in Lagazzi (1984) © Archivio Fotografico del Museo Archeologico Platina

IT-LM-06

 Piadena (CR),  |   Lagazzi del Vho

Kurzbeschreibung
Lagazzi del Vho ist eines der wenigen Bereiche des Po-Tals, das sich in seinem natürlichen Zustand erhalten hat, weshalb es 2002 zum Naturdenkmal erklärt wurde. Es handelt sich um ein längliches Becken, das zu einem alten Flussbett gehört und eine grosse Pfahlbausiedlung aus der Bronzezeit beherbergt, die Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. Die Pfahlbausiedlung, die in die Früh- und Mittelbronzezeit (1800–1500 v. Chr.) datiert wird und etwas mehr als zwei Hektar umfasst, bestand aus Häusern, die mit etwas Abstand zueinander gebaut waren. Die Funde bestehen überwiegend aus Keramik, aber auch aus Hirschgeweih- und Knochenartefakten sowie seltenen Bronzegegenständen.

 

Besonderheiten & Highlights
Unter den bei den Lagazzi gefundenen Artefakten befinden sich eine seltene Bronzeaxt eines Typs, der in Mitteleuropa vorkommt (Rümlang-Typ), und eine Bernsteinkette baltischen Ursprungs.

Pfahlbauten hautnah
Die Fundstelle Lagazzi liegt südlich des Weilers Vho (die Straße, die im letzten Abschnitt unbefestigt ist, beginnt kurz vor der Kirche) und ist über einen mit Schildern gekennzeichneten Weg zu erreichen. Das Areal ist auch Teil des lokalen Netzes von Radwegen. Es gibt keine sichtbaren Überreste, aber ein Besucherweg mit Informationstafeln zur Archäologie und Geomorphologie wurde eingerichtet. Das UNESCO-Schild der Fundstelle markiert den Beginn des Pfades.

Museo Archeologico Platina
Piazza G. Garibaldi, 3, Piadena (CR)
+39 0375 380131
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Bronzezeit

Frühe - Mittlere Bronzezeit, 1700 -1500 v. Chr.

Tal des Po

28 m.ü.N.N.

Größe Fundstelle:

2,77 ha / ca. 4 Fussballfelder

Größe Pufferzone:

18,45 ha / ca. 26 Fussballfelder

Halskette mit 17 Bernsteinperlen baltischer Herkunft © Archivio Fotografico del Museo Archeologico Platina